Das Wichtigste vorab

  • Arbeitsabstände und Blickrichtungen gehören zur Brillenauswahl.
  • Eine Bildschirmbrille ist nicht dasselbe wie ein Blaulichtfilter.
  • Eine mögliche Kostenübernahme vor dem Kauf mit dem Arbeitgeber klären.

Ihre Arbeitsaufgabe ist der Ausgangspunkt

Stellen Sie sich zwei Arbeitsplätze vor: An einem werden fast ausschließlich Unterlagen auf einem Laptop bearbeitet. Am anderen wechseln sich zwei große Monitore, handschriftliche Notizen und Gespräche über den Schreibtisch hinweg ab. Selbst bei gleicher Sehstärke sind die Anforderungen an die nutzbaren Sehbereiche verschieden.

Beginnen Sie deshalb nicht mit der Frage nach dem teuersten Glas. Beschreiben Sie einen normalen Arbeitstag. Welche Aufgabe nimmt die meiste Zeit ein? Was muss gleichzeitig sichtbar sein? Welche Haltung nehmen Sie ein, wenn etwas unscharf wird? Diese Angaben machen aus einer allgemeinen Produktauswahl eine konkrete Beratung.

Alltagsbrille, Lesebrille oder Bildschirmbrille?

Eine spezielle Bildschirmbrille kommt in Betracht, wenn eine normale Sehhilfe am Arbeitsplatz nicht ausreicht. Die DGUV empfiehlt, die Sehentfernungen und Aufgaben individuell einzubeziehen. Eine Arbeitsplatzlösung ist damit kein automatischer Zusatz für jede Person, die einen Computer benutzt. DGUV: Mit gesunden Augen am Bildschirm.

Lassen Sie sich den vorgesehenen Entfernungsbereich erklären. Eine Brille, die für Ihren Schreibtisch ausgelegt ist, darf nicht ungeprüft zur allgemeinen Fern- oder Autofahrbrille werden. Beschriften Sie gegebenenfalls das Etui eindeutig, wenn Sie mehrere Brillen verwenden. Eine Übersicht zu den Möglichkeiten finden Sie auf unserer Seite Arbeitsplatzbrillen.

Diese fünf Angaben bringen Sie zur Beratung mit

  • Bildschirmabstand: Messen Sie in Ihrer normalen Sitzhaltung vom Auge zum Bildschirm, nicht von der Tischkante.
  • Weitere Entfernungen: Notieren Sie den Abstand zu Notizen, Tastatur und gegebenenfalls einem zweiten Monitor.
  • Blickrichtung: Machen Sie eine Skizze oder ein Foto des Arbeitsplatzes ohne vertrauliche Bildschirminhalte.
  • Zeitanteile: Beschreiben Sie, ob Sie überwiegend lesen, gestalten, telefonieren oder zwischen Raum und Bildschirm wechseln.
  • Bisherige Lösung: Bringen Sie die Brillen mit, die Sie tatsächlich am Arbeitsplatz verwenden.

Ein Beispiel: „Monitor etwa 70 Zentimeter entfernt, Unterlagen näher, zweiter Bildschirm links“ ist nützlicher als die Angabe „viel Computer“. Die Zahl ist nur eine Beschreibung Ihres Arbeitsplatzes und keine allgemeine Empfehlung für den richtigen Abstand.

Kostenübernahme: vor dem Kauf den Ablauf klären

Nach der Darstellung der DGUV müssen Arbeitgeber spezielle Sehhilfen im erforderlichen Umfang bereitstellen, wenn die arbeitsmedizinische Angebotsvorsorge ihre Notwendigkeit ergibt und normale Sehhilfen nicht geeignet sind. Daraus folgt keine pauschale Erstattung jeder frei gewählten Ausstattung. Die Einzelheiten sollten vor der Bestellung geklärt werden. DGUV: Bildschirmbrille und arbeitsmedizinische Vorsorge.

Fragen Sie im Betrieb nach dem zuständigen Kontakt, dem vorgesehenen Vorsorgeweg und eventuell benötigten Unterlagen. Lassen Sie sich sagen, ob vorab ein Kostenvoranschlag erforderlich ist. So vermeiden Sie, dass eine bereits bestellte Brille erst nachträglich mit internen Regeln abgeglichen werden muss. Diese Orientierung ersetzt keine Prüfung Ihres konkreten Anspruchs.

Glasfilter und Sehbereich getrennt bewerten

Der Begriff „Computerbrille“ wird im Alltag unscharf verwendet. Lassen Sie sich deshalb genau erklären, was angeboten wird: eine Korrektion für bestimmte Entfernungen, eine Entspiegelung oder ein Filter. Fragen Sie bei jedem Bestandteil nach dem konkreten Nutzen für Ihre Situation und nach Alternativen.

Für Blaulichtfilter lässt sich aus einem Cochrane-Review von 2023 kein verlässlicher kurzfristiger Vorteil gegen bildschirmbezogene Augenbelastung ableiten. Zur unabhängigen Studienübersicht. Die differenzierte Einordnung finden Sie in unserem Blaulichtfilter-Ratgeber. Ein Zusatz sollte nicht von der wichtigeren Frage ablenken, ob Sie mit Ihrer Korrektur gut sehen und bequem sitzen.

Nach der Anpassung gezielt Rückmeldung geben

Probieren Sie die neue Lösung am tatsächlichen Arbeitsplatz aus und notieren Sie getrennt, wie Monitor, Unterlagen und Raum funktionieren. Falls Sie weiterhin eine ungewöhnliche Haltung einnehmen, bringen Sie die Arbeitsplatzausmessung zur Nachkontrolle mit. Ein einzelnes „besser“ oder „schlechter“ lässt sich sonst schwer einordnen.

Anhaltendes Brennen oder wechselnde Sicht sollte ebenfalls angesprochen und gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden. Dazu passt unser Ratgeber zu trockenen Augen. Für die Brillenauswahl können Sie eine Beratung bei Brillen Hess vereinbaren. Ziel ist eine nachvollziehbare Lösung für Ihre Aufgaben, nicht möglichst viel zusätzliche Ausstattung.

Nachlesen & einordnen

Quellen zu diesem Beitrag

Am 2. Oktober 2026 recherchiert. Das Veröffentlichungsjahr einer Studie bleibt vom Datum dieses Beitrags zu unterscheiden.

  1. DGUV: Bildschirmbrille und arbeitsmedizinische VorsorgeFachinformation der Unfallversicherung, 05.05.2025
  2. DGUV: Mit gesunden Augen am BildschirmFachinformation; Arbeitsplatz und Sehkorrektur
  3. Cochrane: Blaulichtfilter in BrillengläsernSystematischer Review, 18.08.2023; 17 Studien, 619 Teilnehmende

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